Die neue Quälwaffe von Raytheon - Samstag, 11. Oktober 2008
Die AviationWeek überschlägt sich mit gleich drei Beiträgen zur neusten "Quälwaffe" von Raytheon. Gemeint ist die Millimeter-Mikrowellen Waffe "Silent Guardian", eine Weiterentwicklung und Verkleinerung von Raytheons "Active Denial System" (ADS-II) Mikrowellenwaffe, von der drei Systeme an die U. S. Air Force ausgeliefert wurden.
Wie die AviationWeek Beiträge berichten, wird mit dem "Silent Guardian Protection System" ein gebündelter Millimeter-Mikrowellenstrahl kurzzeitig auf Zielpersonen gerichtet – bis auf eine Entfernung von über 250 Metern – wo der Strahl die Haut knapp einen halben Millimeter durchdringt, gerade genug, um die freien Nervenenden in der Dermis zu erreichen, die Hitzereize aufnehmen, um bei den Zielpersonen den Eindruck eines starken Verbrennungsschmerzes zu erzeugen. Das die Waffe nicht darauf angelegt ist, nur vereinzelte Personen zu treffen, sondern schnell viele Personen, ergibt sich aus dem 360 Grad Drehkopf der Antenne, dem integrierten Zielerkennungs- und verfolgungssystems und einer Pause von zwei Sekunden zwischen zwei "Schüssen". Silent Guardian kann laut Raytheon auf Standard-Militärtransportern montiert und in Kampffahrzeuge integriert werden, bei weiterer Miniaturisierung oder größeren Bauformen der Militär-Roboter wohl bald auch auf Killer-Roboter. ![]() ![]() Das "Silent Guardian Protection System" Abbildungen: Raytheon. ![]() Das "Active Denial System" II. Abbildung: Raytheon. Gedacht ist Silent Guardian für den "nicht-tödlichen" Einsatz gegen Aufrührer und Aufständische, Demonstranten und alle Personen, die Widerstand gegen die Staatsgewalt leisten, um sie abzuschrecken, einzuschüchtern oder zu vertreiben, ohne sie direkt erschießen zu müssen. Raytheon drückt das in verschiedenen Texten so aus:
Das Silent Guardian Schutzsystem ist eine revolutionäre, weniger tödliche Anwendung mit gebündelter Energie, die Millimeterwellenenergie einsetzt, um Individuen oder Menschenaufläufe zurückzutreiben ohne Verletzungen hervorzurufen, weil der Strahl nur oberflächlich die Haut durchdringt. Diese Eigenschaften ermöglichen den Anwendern, Gegner zu stoppen, abzuschrecken und umkehren zu lassen, ohne tödliche Waffen einzusetzen.
Das legt nahe, neben Killer- und Überwachungs-Drohnen auch die Mikrowellenwaffen zunächst in den Testländern Irak, Afghanistan und Pakistan auszuprobieren, bevor es vielleicht Demonstrationen und Riots gegen den nächsten IWF- oder G8-Gipfel oder Parteikongress in den USA sind.Silent Guardian bietet eine Zone des Schutzes, die Leben rettet, Gegenstände schützt, Kollateralschäden minimiert und die taktische Qualität, Gewaltausbrüche zu kontrollieren. Es ruft präzisere Effekte auf größere Distanzen hervor als aktuelle, weniger tödliche Systeme und bietet die zeitnahe Befähigung, sich Respekt zu verschaffen und Aggressionen zu deeskalieren. Der fokussierte Strahl aus Mikrowellenernergie ruft eine unerträgliche Hitzeempfindung hervor, die getroffene Individuen dazu veranlasst zu fliehen oder in Deckung zu gehen. Silent Guardian ist gegen Staub, Regen und Salzwasser geschützt und unterstützt Operationen unter Bedingungen bis 53 Grad Celsius Umgebungstemperatur. Verschiedene kommerzielle und militärische Anwendungszwecke beinhalten Strafverfolgung, die Absicherung von Kontrollstellen, den Schutz von Einrichtungen, den Truppenschutz und friedenserhaltende Missionen. Wie ein AviationWeek Beitrag anmerkt, hat die Forschungs- und Entwicklungsbehörde des US-Justizministeriums (NIJ) bereits ihr Interesse an der Entwicklung einer kleineren Millimeterwellen-Mikrowellen Waffe in Gewehrform für kurze Distanzen zur Ausrüstung von Polizeikräften und -einheiten bekundet, die dort die Elektroschock-Waffen ergänzen könnten. Auf der Webseite des NIJ zum ADS heißt es, "dass NIJ hat einen kleinen, funktionsfähigen Prototypen des militärischen ADS entwickelt, den Polizisten und Gefängniswärter mit sich tragen können". Über den Zwischenstand der Entwicklung einer portablen Quälwaffe, die auch die Modifizierung der "Personnel Halting and Stimulation Response" (PHaSR) Laser-Waffe einschließt, die bereits 2005 für die U. S. Air Force projktiert wurde, berichtete NewScientiest im Beitrag US police could get 'pain beam' weapons vom 24. Dezember 2008. Die Behörde fährt u. a. zusammen mit der internationalen Vereinigung der Polizeichefs, die eine eigene Arbeitsgruppe zu "weniger tödlichen" Waffen unterhält, dem NIST, der Forschungsbehörde der britischen Polizei und der Homeland Security Advanced Research Projects Agency (HSARPA) des US-Heimatschutzministeriums eine eigene Forschungsinitiative zur Entwicklung und Produktion sogenannter "nicht-tödlicher" Waffen. Während sich das NIJ um den Einsatz von "nicht-tödlichen" Waffen durch zivile Polizei- und Disziplinierungskräfte kümmert, steht für den militärischen Bereich die gemeinsame Abteilung bzw. das gemeinsame Programm zu "nicht-tödlichen" Waffen (JNLWP) des US-Verteidigungsministerium, der Navy, Air Force, Army, Küstenwache, Marine und des Special Operations Kommando der Special Forces für den militärischen Bereich im Zentrum. Die nach oder wegen den Desastern und Erfahrungen während der "Friedensmissionen" UNOSOM I + II in Somalia im Jahr 1996 gegründete Abteilung vergibt Aufträge an die Produzenten, testet neue Prototypen und stößt ihre Entwicklung an, bildet in der Anwendung "nicht-tödlicher" Waffen aus und lässt über das Human Effects Center of Excellence (HECOE) die Risiken, Wirkungen und Schadenspotentiale "nicht-tödlicher" Waffen auf den menschlichen Organismus erforschen. Die Auf- und Ausrüstung ist also auch in diesem Bereich der "nicht-tödlichen" Waffen im vollen Schwange. Siehe auch die AviationWeek Beitrage High Power Microwave Nearly Operational, Frying the Foe, "Silent Guardian" Zaps Journo und den Artikel Gegner von Elektroschock-Waffen (in Frankreich) wurde bespitzelt im Tagesspiegel.
Geschrieben von Kai Raven
in Drohnen, Geheimdienst / Polizei, Hardware, Menschenrecht, Politik, Roboter, Rüstung, Wissenschaft
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DARPA will mit GANDALF zaubern - Mittwoch, 8. Oktober 2008
The Register hatte im Beitrag DARPA to begin mysterious 'Project GANDALF' über ein neues, unter Geheimhaltung stehendes Projekt aus der Hexenküche der DARPA berichtet, das nach dem Magier im Herrn der Ringe mit dem Codenamen Gandalf" belegt wurde.
Der Beitrag gibt eine spärliche Information der DARPA zu "Gandalf" wieder:
The Gandalf program is an advanced technology and development and demonstration program that is seeking solutions to ... radio frequency (RF) geolocation and emitter identification using specific emitter identification (SEI) for specific signals of interest. The ultimate goal of the Gandalf program is to enable a set of handheld devices to be utilized to perform RF geolocation and SEI on RF signals of interest to the Gandalf program. The specific goals and performance objectives associated with RF geolocation and SEI for the Gandalf system are classified.
Also eine Reihe von Handgeräten, die Funkfrequenzen und spezielle Daten oder Identifizierungsdaten, die vom Sender abgestrahlt werden, ab- oder auffangen, um den Sender zu identifizieren und zu lokalisieren.Im Artikel wird gemutmaßt, dass Mobilfunkgeräte das Ziel sind, deren Träger man mit Hilfe der Handgeräte lokalisieren und verfolgen möchte. Wahrscheinlich hat man die Handys von "Terroristen" im weitesten Sinne und Kämpfern in Palästina, Pakistan, Afghanistan und im Irak im Auge, deren Funkverkehr bereits mit Drohnen überwacht wird. Da man alle Handys erfassen können möchte, denke ich nicht, dass man von Handys spricht, die bereits RFID Funchips enthalten oder GPS-Module. Hört sich fast danach an, als wollte die DARPA IMSI-Cather auf Handgerät-Größe schrumpfen lassen, die man dann drei Personen von Spezialkräften mitgibt, die dann "Basisstation" spielen, die IMSI abfangen und das Handy per Triangulation lokalisieren und verfolgen. Der Gedanke kommt mir jedenfalls nach Artikeln wie Tracking a suspect by mobile phone der BBC aus dem Jahr 2005. Würde auch in Woodwards geheime Militärprogramme zur Lokalisierung und Verfolgung mit anschließender Eliminierung hineinpassen. Oder ist das eine abwegige Spekulation? Diese Information könnte eine mögliche Erklärung bieten, in welche Richtung "Gandalf" auch gehen könnte. Im Budgetantrag der U. S. Army für Forschung und Entwicklung, der im Februar 2007 für das Jahr 2008 eingericht wurde, findet sich das Projekt 906 "TAC EW TECHNIQUES" (Taktische Techniken der Elektronischen Kriegsführung), das laut Antrag bis 2013 angelegt ist. Darin heißt es:
This project researches and applies key electronic warfare (EW) technologies to intercept and locate current and emerging threat communications and non-communications emitters to provide vital, quality combat information directly to users in a timely actionable manner in accordance with concepts for Future Force intelligence operations. This project contributes to the commanders ability to see the enemy, both as a unit and as part of a complex, adaptive organization, allowing a "See First, Understand First, Act First" standard of operations. This project investigates radio frequency (RF) collection and mapping technologies to offer real time emitter detection, location, and identification. Efforts include adding an autonomous RF collection capability and algorithms into tactical software defined radios to detect, locate and display enemy RF emissions. It also evolves electronic attack (EA) components into smaller, lower power, lightweight, common modules that counter modern threat Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance (C4ISR) systems. In addition, this project enables a remote capability to disrupt, deny, or destroy threat communication signals. Other research areas include fusion (automated assimilation and synthesis) of battlefield intelligence data to enable interpretation of current and future enemy activities and allowing development of courses of action in time to act decisively and in a pre-emptive manner.
Siehe auch:In FY06, developed electronic support for the Future Force sensor model; integrated electronic support measure (ESM)/signals intelligence (SIGINT) algorithms into ground sensor systems; developed and investigated adaptive/smart antenna processing techniques to enhance baseline information operations system; investigated novel radio frequency probing and other techniques for detection, location, and selective neutralization of triggering devices. In FY07, collect target vulnerability data, continue development of adaptive array processors for use in a tactical setting to counter problems associated with multipath, co-channel, and co-site interference, and to provide a precise geolocation capability; develop more effective techniques using broad range of target focused information operations (IO) algorithms based on individual target transmission parameters rather than brute force techniques; begin development of effects based IO deception techniques to influence a potential targets plan of action. In FY08, will continue algorithm development for an expanded range of potential targets, as well as software development for data thinning and nodal analysis applications; will expand algorithms development for larger range of targets; will continue deception and effects algorithm development. In FY09, will investigate and develop techniques to engage emergent communications technologies for inclusion into IO techniques database; will refine IO techniques database for access and use by other users including Joint Service and other members of intelligence community Danger Room - Darpa Launches Secret 'Gandalf' Project
Geschrieben von Kai Raven
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Zum Global War on Terror und dem roboterisierten Tod in Stammesgebieten - Samstag, 4. Oktober 2008
Im Anschluss an die beiden letzten Sätze und dem darin verlinkten Artikel im letzten Beitrag Killer-Biene mit tödlichen Stacheln möchte ich die Art und Weise ansprechen, wie in den pakistanisch-afghanischen Grenzregion und in den Stammesgebieten auf pakistanischer Seite Krieg mit amerikanischen Killer-Drohnen geführt und wie unterschiedlich bzw. gleichgeschaltet darüber in Deutschland von Seiten deutscher Zeitungen und Sender darüber berichtet wird, als hätte es die Invasion des Iraks und die Lehren, die man nach der Desinformation und den Manipulationen in Bild und Text durch Vertreter des US-Militärs und der US-Regierung ziehen wollte, nie gegeben.
Vorweg bleibt festzustellen, dass ich bestimmt kein Freund der Taliban, irgendwelcher islamistischer Terrorverbände, Splittergruppierungen und terroristische Kampfverbände bin oder der Personenkreise, die ihnen Unterstützung und Unterschlupf gewähren. Aber ich bin ein Feind des sogenannten "Global War on Terror" (GWOT), der schmutzig und mit bewußter Inkaufnahme von begleitenden Massakrierungen (um mal die beschönigenden Begriffe der "weichen Ziele" und "Kollateralschäden" gerade zu rücken) mit Hilfe der Killer-Drohnen als Mord-Werkzeuge geführt wird. Ich sage "bewußt", weil ich der Überzeugung bin, dass es (wie z. B. auch damals in Vietnam gegen den Vietkong) zur Taktik und Strategie der Streitkräfte der USA und der mit ihnen verbündeten Staaten gehört, auf die isolierte Ausschaltung von gegnerischen Kämpfern und Kampfverbänden in den Stammesgebieten, die tatsächlich als Mitglieder oder Kämpfer identifiziert wurden, zu verzichten – ob nun mit speziell für den Einsatz mit Drohnen konzipierter Raketen, die immer präziser und mit dosiertem Explosivradius zuschlagen können, mit eigenen kleinen Kampfverbänden, Spezialkräften wie den Special Forces oder mit Einsätzen von Kampfverbänden der pakistanischen Armee. Stattdessen werden mit den Kämpfern, um die es eigentlich geht, alle Stammesgebiete, alle dortigen Dörfer, alle darin lebenden Männer, Frauen und Kinder analog zur "Sippenhaft" zu Mitterroristen deklariert, die zum Abschuss freigegeben sind, sobald sich dort – von den US-Streitkräften und Auslandsgeheimdiensten vermutet – Kämpfer aufhalten oder sobald von den gleichen Kräften unterstellt wird, sie gewähren Unterstützung und Unterschlupf. Aber es ist nicht nur das. Man tötet dort Kinder und Jugendliche, weil man so ihre "Radikalisierung" und mögliche Rekrutierung präventiv und tödlich verhindern will. Hat man schon die an Spielzeuge oder Nahrungspakete erinnernden Streu-Bomben vergessen, die vor allem von Kindern und Jugendlichen in Afgahnistan, im Irak und im Libanon aufgelesen werden (sollen)? Ich denke ja, denn das Vergessen ist so schnell wie die Nachrichtenflut. Man erhofft sich dort auch, durch die Bombardierung mit Raketen, die von den Drohnen in und auf die Häuser der Dörfler abgeschossen werden und dort Leichenteile in die Gegend verstreuen, Demoralisierungseffekte und den Entzug der Unterstützung sympathisierender und vielleicht auch islamistisch eingestellter Dorfbewohner.
The official claimed there have been about 50 drone incursions into Pakistan since this summer, along with roughly 10 "physical incursions." He claimed the raids had killed "several hundred" civilians and were causing panic in the tribal areas.
Und dafür geht man im militärischen Denken ohne Skrupel gerne und buchstäblich über Leichen, die man mit Mitteilungen der Desinformation verhüllt. Was diese Denkweisen wie auch die kühlen Expertisen der sogenannten "Terrorexperten" aber immer wieder ausblenden, sind die psychologischen Späteffekte und die "Nachradiskaliserung", die deratiges militärisches Vorgehen bewirkt, wenn sich in den Regionen und darüber hinaus herumspricht, wie "die Amerikaner" mit dem Sohn, der Ehefrau, dem Dorfvorsteher, der Tante oder dem Onkel verfahren sind. Mache ich mich in Gedanken zwei bis drei Jahrzehnte jünger und versuche mir vorzustellen, in einem dieser Dörfer aufgewachsen zu sein, wo eines Tages von einer Drohne abgefeuerte Raketen statt "chirurgisch" und "präzise" meine gesamte Familie auslöschen, dann würde ich wohl nicht auf den nächsten Merkzettel vom Himmel warten, sondern mich umschauen, wie ich improvisierte Bomben für die nächste Patrouille der Feinde zusammenbaue, wo ich die nächste AK-47 oder die nächste RPG in die Hände bekommen kann. So schrecklich, aber so banal ist das."The villagers hear the buzzing [of the drones] and are terrified. They are scared to have weddings, funerals or any social gatherings, afraid they will be blown up by the drones," he said. Aus dem msnbc Artikel Our secret war in Pakistan vom 7. Oktober 2008 Vielleicht ist es den militärischen Verbänden vor Ort als ausführenden Befehlsempfängern auch einfach scheißegal, denn wenn die dann wirklich radikalisierten Kämpfer der nächsten Generation vor der Tür stehen, kann man ja wieder zur Bewältigung des "neuen Problems" und zur "Rückgewinnung" der Sympathien der einheimischen Bevölkerung zivile Aufbau- und Hilfprojekte hinterherschalten und durch Experten der psychologischen Kriegsführung um Verständnis und Mitwirkung heischende Aufklärungszettel tonnenweise vom Himmel herunteregnen lassen. Was wie in den ganzen Kriegsgebieten ins Leere lief und immer ins Leere laufen wird. Der Tod ist nicht so leicht mit ein paar Almosen und pschologischen Spielchen vergessen zu machen, wie man sich das wünscht. Als "Gewinne" werden sich an der "Heimatfront" die Militärstrategen, militärischen Forschungseinrichtungen, Rüstungskonzerne und Hersteller von Killer-Drohnen und Drohnen-Rüstung die Erfahrungen mit Schwächen und Stärken, die Messungen der Kill-Effekte und die Vermerkung der Optimierungspotentiale gutschreiben, die man durch die Vernichtungseinsätze der ferngelenkten Roboter-Drohnen einheimsen kann. Der Irak, Afghanistan und die pakistanischen Stammesgebeite bieten geeignetes menschliches "Testmaterial" zum Killen und passende Testumgebungen im Überfluß. Was sangen noch die US-Panzerfahrer am liebsten bei ihrem Weg nach Bagdhad? "Burn, Motherfucker, burn". Zugleich bieten die alltäglich aufs Neue in den Medien und der Presse aufbereiteten Bedrohungskulissen und Terrorgefahren den praktischen Schleier, hinter dem es sich gut massakrieren lässt. Wie man diesen Schleier am effektivsten für die aktuellen Zwecke und Strategien nutzen kann, ist ein weiterer Zugewinn. ![]() Eine mit Lockheed Martins Hellfire Raketen bewaffnete MQ-1 Predator Drohne, deren Einsatz in Pakistan das US-Militär weder dementiert noch bestätigt, wartet im Irak auf den Einsatz. Foto: U. S. Air Force / Sabrina Johnson. Als ein Beispiel greife ich dazu den heutigen Copy & Paste Artikel der Sueddeutschen Pakistan und Afghanistan - Mindestens 40 Tote bei Kämpfen heraus, der mal wieder so geschrieben ist, als hätte ein "eingebetteter Journalist" der amerkanischen Heeresführung und den CIA-Kräften in Afghanistan versprochen, auch alles genauso artig wiederzugeben, wie es an ihn herangetragen wurde. Zwei Zitate:
Bei Kämpfen in Afghanistan sowie bei einem US-Luftangriff im benachbarten Pakistan sind mindestens 40 Menschen getötet worden.
Die unkritische Hofberichterstattung mit Wiedergabe des jeweiligen Body Counts legitimiert sich die deutsche Presse stets mit dem Satz, der sich so oder ähnlich in allen Artikeln wiederfinden lässt und von deutschen Sicherheitsbehörden wie dem BKA und dem BND geprägt wurde: "Die Region gilt als Ruheraum für Al-Qaida- und Taliban-Kämpfer."
Die meisten Opfer waren nach offiziellen Angaben vom Samstag entweder Taliban oder Angehörige des Terrornetzwerks al Qaida. Nach Darstellung der Militärs in Kabul und in Islamabad waren in Afghanistan 16 Taliban getötet worden, unter ihnen zwei Feldkommandeure. In Pakistan starben mindestens 24 Menschen (...) Schon am Freitag waren von einer unbemannten US-Drohne Raketen auf das Dorf Mohammed Khel in der Provinz Nord-Waziristan in Pakistan abgeschossen worden. Die Raketen trafen ein Gebäude, in dem sich bewaffnete Islamisten und Angehörige des Terrornetzwerks al Qaida versammelt hatten. Dabei starben nach neuesten Angaben des pakistanischen Militärs mindestens 20 Menschen. Nach Darstellung örtlicher Sicherheitskräfte vom Vortag waren unter den Opfern auch zwei Frauen und ein Kind. Die einzige kritische Frage zu den Drohnen-Angriffen in den Stammesgebieten anlässlich einer Rede des CIA-Direktors Michael Hayden auf dem Global Intelligence Forum des Think Tanks Atlantic Council am 14. November 2008. In seiner Rede und seinen Antworten bläute Hayden den Anwesenden ein, dass sich die Paschtunen als Separatisten in der FATA mit Al Qaida zusammengetan hätten, die Stammesgebiete das Zentrum der "Al Qaida Organisation" darstellen würden und die Angriffe in den Stammesgebieten "Al Qaida" empfindlich destabilisiert hätten.
So bildet man die Meinung der deutschen Öffentlichkeit und berichtet über den "GWOT" in deutschen Medien und Zeitungen, als würde man permanent im Leitstand des US-Militärs hocken und zwar seit langem und leider fast durch die Bank.Randall Mikkelsen, Reuters: I want to talk about the air strikes in specific, are they having a measurable impact on al Qaeda that make it worth the diplomatic backlash and the political backlash within Pakistan? Michael Hayden: Yeah, I mean, there are a lot of things that I can’t comment on in any way (...) I think it's fair to say that we've [Anm.: Hayden und General Ahmed Shujaa Pasha, Direktor des militärischen Geheimdienstes ISI] got a common view of the threat and I think there's a lot more commonality on how the threat should be dealt with than many people seem to assume. Als ein Gegenbeispiel (leider in Englisch), der heutige Artikel 'Arabs' among 20 killed by US strike in Pakistan der Times of India, den ich hier einfach vollständig wiedergeben muss. Ich empfehle zur Ergänzung in Deutsch die beiden Telepolis Beiträge Der erste ferngesteuerte Krieg und Kampfdrohnen werden für Kampfeinsätze zentral.
MIRANSHAH (Pakistan): Pakistani villagers collected the corpses and body parts on Saturday of at least 20 people, including several suspected Arab militants as well as three children, killed by a U.S. missile strike overnight.
Am 26. Oktober 2008 fand in Pakistan der tödlichste Angriff einer Killer-Drohne in einer Reihe von 19 Einsätzen seit Anfang August 2008 statt. Getötet wurde die Zielperson, Mohammad Omar, ein Talibanführer. Der "Kollateralschaden": Insgesamt 20 Tote.A pilotless drone aircraft launched the attack late on Friday, targetting a tribesman's house in Mohammad Khel, intelligence officials said. The village, 30 km (20 miles) west of Miranshah in North Waziristan, is a known sanctuary of al Qaeda and Taliban militants close to the Afghan border. Villagers combed the wreckage at daybreak, looking for survivors and bodies to be buried. "We found body parts scattered all over the place in the ruins, someone's hand, someone's leg," Bakht Ali, one of the villagers, told Reuters. An intelligence official based in the region said a woman and three children were among those killed. "We now have a figure of 20 dead. That includes eight residents of the house, five other locals and seven foreigners," the official said, speaking on condition of anonymity because of the sensitivity of the subject. The foreigners appeared to be Arabs, although their nationalities were unknown, he said. There were no indications that any of those killed were regarded by U.S. counterterrorism agencies as top tier al Qaeda targets, sources said. The News newspaper reported that the strike was carried out based on information that the foreigners had been invited to a feast by pro-Taliban tribesmen following the end of the Muslim fasting month of Ramadan. An army spokesman said there had been an explosion in the area, but was unable to confirm the cause. Faced with an intensifying Taliban insurgency in Afghanistan, U.S. forces in the past month have carried out eight missile strikes by pilotless drones and a commando raid on the Pakistani side of the border. Tribesmen in Mir Ali, a town 25 km east of Miranshah, fired at a U.S. drone on Saturday before it turned away. A U.S. missile attack on Mir Ali killed five people, including foreign militants, on Wednesday. The airstrikes, and the first ever use of ground troops, have strained relations between the allies. The Pakistani government has protested that the attacks violated territorial sovereignty and undermined its own long term efforts to crush militancy in a country where anti-American sentiment runs high. The Pakistan army is currently fighting fierce battles against militants in Bajaur, at the north east extreme of the tribal belt, and Swat, an alpine valley in a more settled region close to the tribal lands. More than 1,000 militants have been killed in the fighting in Bajaur and Swat since August. Yet, Pakistani assertions that it is doing its utmost to contain militants have done little to appease U.S. concerns. Earlier on Friday, Pakistani intelligence officials reported another U.S. airstrike on the North Waziristan village of Datta Khel, but a military spokesman said it was on the Afghan side of the border and no intrusion took place into Pakistani territory. U.S. commanders have spoken of respect for Pakistan's sovereignty but have suggested they will not stop cross-border strikes on militants. Die Umsetzung einer optimierten Kill Chain per Killer-Drohne mit Erhöhung der Kollatralschäden setzt sich in Pakistan weiter fort. Am Freitag, den 31. Oktober 2008 gab es laut einer Meldung der Deutschen Welle zwei Angriffe mit Killer-Drohnen auf ein Auto und zwei Häuser in Dörfern von Waziristan. Das eigentliche Ziel war der im Auto sitzende islamistische Extremist Abu Akash al-Iraqi – von den Raketen der US-Drohnen wurden nach Angaben des pakistanischen Geheimdienstes neben Abu Kasha Iraqi ingesamt 22 Menschen getötet. Der Body Count hatte sich danach noch erhöht. Laut einer Meldung der Presseagentur AFP wurden nicht 23, sondern mindestens 32 Personen getötet, die alle militante Kämpfer gewesen sein sollen, wie der pakistanische Geheimdienst behauptete. Die deutsche "Öffentlichkeit" zeigt weiter kein großes Interesse an dem schmutzigen Krieg in Waziristan. Auch unter dem neuen Präsidenten Barack Obama gehen die Drohnen-Angriffe der CIA und des US-Militärs in Pakistan zunächst weiter. Drei Tage nach dessen Amtseid wurden durch fünf Raketen bei zwei Angriffen der Drohnen 15 - 21 Menschen in Waziristan getötet. Unter den Opfern sollen sich auch drei Kinder befinden. Während laut des Times Artikels President Obama 'orders Pakistan drone attacks' vom 23.01.2009 irgendwelche Vertreter der Sicherheitsbehörden in Washington behaupten, dabei wären sieben Al Qaida Kämpfer getötet worden, teilten laut des Artikels Strikes in Pakistan underscore Obama's options der International Herald Tribune (New York Times) vom 23.01.2009 Regierungsbeamte mit, es hätte nach den Angriffen keine unmittelbaren Anzeichen gegeben, dass führende Al Qaida Mitglieder getötet wurden. Das heißt, eigentlich ist es den ausführenden Kräften und Politikern in Washington egal, ob die Angriffe tatsächlich Kämpfer der Al Qaida und Taliban ausschalten und nur diese. Wie die beiden Zeitungsartikel weist der Beitrag Obama Orders Pakistan Drone Attacks des Atlantic Council Think Tanks vom 24.01.2009 ebenfalls darauf hin, dass Obama bereits während des Wahlkampfes bestätigt hatte, er würde nach seinem Wahlsieg militärische Einsätze für den "Krieg gegen den Terror" in Pakistan durchführen, wenn Geheimdienstinformationen Angriffe nahelegen und die pakistanische Regierung selbst nicht handeln würde, also auch ohne Einwilligung der Regierung Pakistans. Ich habe es wirklich satt, in Deutschland fast nur diese gequirlte Kriegs- und GWOT-Hofberichterstattung aus Zeitungen und den aufgeblasenen Mündern der sogenannten "Terrorexperten" hervorbrechen zu sehen. Das hat mir nach dem 11. September 2001, während und nach der Inavsion des Iraks mehr als genug gereicht. Wird zwar wahrscheinlich keiner der Gedissten lesen und als bedenkenswert für würdig befinden, aber ist mir auch egal. Siehe auch: Telepolis - Pentagon setzt verstärkt auf Kampfdrohnen über den Aufbau fester militärischer Basen für Predator und Reaper Killer-Drohnen in Ostafghanistan, über den USA Today am 10. November 2008 im Artikel U.S. building bases in Afghanistan to aid drones berichtete. The Times am 25. November in The weapon that could backfire und Top al-Qaeda terrorist Abu Zubair al-Masri 'was missile target in Bush campaign for favourable legacy'.
Geschrieben von Kai Raven
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Killer-Biene mit tödlichen Stacheln - Freitag, 3. Oktober 2008
Nach den biomechanischen und "organischen" Vogeldrohnen eine weitere Umsetzung des "Blended Wing" Konzepts aus dem Beitrag Maschinen für den schnellen globalen Kriegseinsatz, das mit der X-48B Test-Drohne von Boeing erprobt wird und – wenn es der Kriegshaushalt der USA hergibt – nach den Wünschen der Militärs später einmal auch für unbemannte Langstreckenbomber verwendet werden soll.
Den kleineren Bruder der X-48B Drohne und der Drohnenbomber der Zukunft stellt die KillerBee Drohne von Raytheon und Swift Engineering dar, die für das Small Tactical Unmanned Aircraft System / Tier 2 Programm der U. S. Marine und Navy konzipiert wurde und nach einer Reihe von Testflügen und Erprobungen von Raytheon verkauft wird. Ziel des STUAS / Tier II Programms ist die Entwicklung von Drohnen mittlerer Größe, die für mehrere Zwecke eingesetzt werden können: Aufklärung, optische Überwachung und Überwachung des Kommunikationsverkehrs, Zielerfassung und Zielverfolgung, Kommunikataionsrelay und später auch der Einsatz als Killer-Drohne durch Bestückung mit Lenkraketen. Zugleich müssen die Drohnen eine Flugdauer von 10 - 24 Stunden aufrechterhalten können und eine Reichweite von 50 - 100 Meilen aufweisen, um für die militärischen Verbände ständig in der Luft zu sein. Die KillerBee Drohne hat eine Reichweite von 100 Meilen, kann in maximal 3 Kilometer Flughöhe einen Monat jeden Tag 10 Stunden oder an 10 Tagen 24 Stunden kontinuierlich fliegen – auch autonom, verfügt über eine gesamte Zuladekapazität von 22 Kilogramm für Waffen oder Laserzeilerfassungsgeräte, optische und Infrarot-Videokameras, SAR-Radar, SIGINT und COMINT Module. Ihre Flügelspannweite beträgt 3 Meter. Auf der Seite von Swift Engineering zur KillerBee Drohne, die sie als "Organic Class-II UAV" bezeichnen, finden sich weitere Informationen und eine Reihe von Videos, die die KillerBee Drohne bei Starts, im Flug und bei der Videoüberwachung aus der Luft zeigen. Für Freunde von Animationen gibt es eine Animation, die verschiedene Einsatzszenarien vorführt. Darunter der Flug im Schwarmverband, das Blenden von Gegnern auf dem Boden mittels Beschuss mit grünem Laser oder das Töten mit Lenkraketen: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Siehe auch: Northrop Grumman - Northrop Grumman's Bat(TM) Unmanned Aircraft System Successfully Completes First Flight (25.02.2010, die BAT "KillerBee" Produktlinie wurde im April 2009 von Swift durch Northrop Grumman aufgekauft)
Geschrieben von Kai Raven
in CCTV / Video, Drohnen, Rüstung
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BATS oder Intelligente organische Drohnen - Freitag, 3. Oktober 2008
Über ein mysteriöses Forschungsprogramm bin ich bei den Recherchen zur Ergänzung des Beitrags Unbemannte Invasoren in der Stadt gestolpert, das an die niederländische Vogel-Drohne erinnert, nur das man es hierbei mit der fortschrittlichen "3.0" Version zu tun hätte.
An der gleichen Universität von Maryland, an der in Kooperation mit der NASA, DARPA und den militärischen Forschungsinstitutionen der Navy und Army Mikro-Drohnen und -Roboter entwickelt werden, arbeitet man auch im Rahmen des Biomechanical Aerial Technology System (BATS) Programms zusammen mit dem für seine enge Kooperation mit dem US-Militär bekannten Langley Forschungszentrum der NASA im Morpheus Laboratory an der Entwicklung einer "intelligenten organischen" Vogel-Drohne. Zur BATS Drohne gibt es nur die Informationen des Morpheus Labors und Erwähnungen in dem alten Artikel Flying creatures may help create aviation of future von USA Today aus dem Jahr 2007. Der Artikel von USA Today geht aber mehr in Richtung der Silent Aircraft Initiative, die auf die Entwicklung "ultra-geräuscharmer und energieeffizienter Flugzeuge" abzielt, was natürlich Kampf- und Überwachungsdrohnen ebenfalls von Nutzen wäre. Bei der NASA, auf militärischen Sites und sonstwo im Web waren keine weiteren Informationen von mir aufzufinden. Auf der BATS-Seite des Morpheus Labors wird das Forschungsprogramm so beschrieben: Das BATS Programm ist ein NASA Langley Forschungsprogramm, an dem das Morpheus Lab als Partner beteiligt ist. Die Bemühungen zielen auf die Entwicklung des ersten Fluggeräts ab, das ähnlich biologischer Organismen vollständig aus verteilten Systemen konstruiert ist. Der organische Ornithopter wird aus integrierten und verteilten Schichten aktiver Materialien (d. h. Muskeln), verteilten sensorischen Schichten (d. h. Nerven) und einem verteilten Energiespeicher- und -versorgungssystem [Anm.: MEMS Mikro-Turbinen, -Generatoren und -Pumpen] bestehen. Das wird ähnlich wie bei biologischen Organismen sein, die vollintegrierte verteilte Funktionssysteme besitzen. Das Fluggerät wird autonom fliegen, was Sinnesempfindungen und intelligente Algorithmen zur Steuerung erfordert.
Zur beabsichtigten Gestalt und Flugform gibt es nur diese Konzeptgrafik:
Das ambitionierte Forschungsprogramm strebt die Demonstration der Realisierbarkeit der Konstruktion und Entwicklung organischer Fluggeräte an, die, wie wir hoffen, eines Tages die Luftfahrt und die Roboter-Industrien revolutionieren werden. ![]() Untertitel: Intelligent Organic Aircraft. Die Bestrebungen, völlig neuartige Drohnen mit smarten Materialien und Sensoren, die entweder dem ganzen Fluggerät oder Teilen ein organisches Äußeres und biologisch-organische Gestaltungsmöglichkeiten verleihen, die u. a. auch neue Oberflächen zur dynamischen Tarnung und die flexible Umwandlung von Teilen des Flugköpers ("Morphing") einschließen, sind auch von anderen Seiten bekannt. So entwickelt die Cornerstone Research Group als Partner der U. S. Air Force für deren Forschungsprogramme zu Kampf-Drohnen mit wandelbaren Flügeln und "selbstheilenden" Polymeroberflächen entsprechende Materialien und Unternehmen wie Lookheed Martin, Athena oder NextGen Aeronautics sind oder waren an Forschungsprogrammen zur Entwicklung von Drohnen mit transformationsfähigen Flügeln wie dem abgeschlossenen Morphing Aircraft Structures Programm der DARPA beteiligt. An der Spitze der Vorbilder aus der Natur, die das Militär für Materialien, den Aufbau, die Sensorik und Flügel zukünftiger Drohnen nachahmen will, steht neben Fliegen, Libellen, Mauersegler, Schwalben und Kolibris auch die Fledermaus, deren Eigenschaften für den Einsatz von Mikro-Drohnen in Städten in mehrer Hinsicht interessant sind – allein schon aufgrund ihrer hohen Wendigkeit, Fluggeschwindigkeit, Größe und ihres Gewichts, die zum Beispiel bei der Zwergfledermaus maximal 7 g / 4,6 cm betragen. ![]() Im Zentrum der Forschung steht der Bewegungsapparat und die Flugmembranen der Fledermäuse, die für die U. S. Air Force u. a. im Fluid Mechanics Labor der Brown Universität im Rahmen des Fledermaus Flug Forschungsprogramms mit Förderung von der National Science Foundation (NSF) und dem Air Force Office of Scientific Research (AFOSR) untersucht werden. Aus dem Flyer der Euopean Science Foundation (ESF) (nur über die dortige Seite zu beziehen) via Mitteilung des Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienstes der EU CORDIS: COURSE OBJECTIVESMorphing vehicles are able to adapt and extend performance to carry out missions and roles through reconfiguration of shapes, constituent properties and functions. Aircraft are often expected to perform under severe theatre conditions where the military attack vehicles or even transport aircraft are deployed in conditions beyond their design configurations. For fixed wing aircraft, it would be necessary for the vehicle to adapt to new conditions with increased lifting area or enhance performance by deploying a new winglet configuration or switch to an alternate control system which would enable the vehicle to complete its current mission by adapting itself to the increased level of demand on its performance. A multi‐point design adaptability to execute different missions would thus be essential features of such morphing vehicles. Smaller MAUV can be configured to cover different types of roles for a more local deployment. The Advanced Course is intended to provide an overview of current and emerging technologies relevant to Morphing Aircraft. Experts working on different morphing systems and technology specialists will present course material through a series of lectures, design projects, demonstrations and discussions. The needs of, and ideas for, new technologies in their respective fields will also be examined.
Morphing vehicles are designed to adapt to different missions and roles through reconfiguration of shapes, constituent properties or functions. The course is intended to give an overview of current and emerging technologies relevant to morphing aircraft.
Beteiligte Universitäten und Forschungsinstitute: Air Force IT - Wright‐Patterson Air Force Base, University of California, University of Michigan, University of Liverpool, University of Bristol, Wageningen Universität, NASA Langley Research Center, Politecnico de Milano, MAVLab - University of Delft, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, IDMEC‐IST, Oxford University.Experts working on different morphing systems and technology specialists will present course material through a series of lectures, design projects, demonstrations and discussions. The needs of, and ideas for, new technologies will also be examined. Some of the topics to be covered during the course include:
Neben der ESF von der Research & Technology Organisation der NATO, dem Instituto Superior Técnico an der Technischen Universität von Lissabon, der Luftwaffe Portugals, dem Associated Laboratory for Energy, Transports and Aeronautics in Portugal und der Stiftung für Wissenschaft und Technik des portugiesischen Ministeriums für Wissenschaft, Innovationen und das Hochschulwesen gefördert. Wie man sieht ein Thema, das man für unsere Zukunft im Auge behalten sollte. Siehe auch: Defence Talk - Researchers Study Bats to Enhance Micro Air Vehicles (09.01.2008)
Geschrieben von Kai Raven
in CCTV / Video, Drohnen, Politik, Rüstung, Wissenschaft
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Rätselraten über geheimes Kill-Programm des US-Militärs - Mittwoch, 10. September 2008
Bruce Schneier rätselt bereits in Secret Military Technology über Bob Woodwards Andeutungen über ein hochgeheimes Militärprogramm, das im Irak und in Afghanistan durchgeführt wird, um Aufständische, Taliban und ihre Anführer zu lokalisieren, anzuvisieren und gezielt zu töten. Anlass sind zwei Interviews mit Woodward, über das eine berichtet Schneier, über das andere mit Larry King auf CNN die AP in einer Meldung, die von Military.com mit dem Titel Woodward: Secret Ops Cut Iraq Violence wiedergegeben wird.
Woodward spricht von den geheimen Kapazitäten entweder als "Stoff, aus dem Romane mit militärischem Thema gemacht sind", setzt sie mit den militärischen Möglichkeiten gleich, die das Aufkommen von Panzern und Flugzeugen für die Kriegesführung bedeuteten, bezeichnet sie "als wunderbares Beispiel amerikanischer Genialität, mit der ein Problem während eines Krieges gelöst wurde" oder vergleicht sie mit dem Manhattan-Projekt zur Entwicklung der Atombombe. ![]() So etwas, nur anders. Nun gehen natürlich die Spekulationen los. Eine wäre, dass Woodward die Werbetrommel für sein neues Buch "The War Within: Secret White House History 2006-2008" rührt. Aber ich denke, das haben der Mann und seine Bücher nicht nötig, die verkaufen sich auch so. Dann würde das geheime Militärprogramm entweder durch neue technische oder menschliche Faktoren bestimmt. Der menschliche Faktor wäre zum Beispiel das Aufstellen von Todes-Schwadronen und Shoot-to-Kill Kommandos im großen Stil, auch mit Unterstützung von Söldnerverbänden, wie sie Blackwater anbietet oder "Contras" – damit hat man ja genügend Erfahrungen. Aber das über längere Zeit geheim zu halten, wäre schwierig und passt nicht zu den Andeutungen. Der technische Faktor könnten unbemannte Killer-Drohnen mit neuen Fähigkeiten sein. Aber deren Killer- und Überwachungs-Einsätze in Afghanistan, im Irak und im pakistanischen Grenzgebiet sind bereits bekannt. Es sei denn, im Ausland experimentiert und testet das US-Militär bereits mit Drohnen, Fahrzeugen und Einsatztrupps, die mit "Sensing through Walls" Technik ausgerüstet sind. Da das US-Militär immer wieder mit geheimen Satelliten-Programmen von sich reden macht, über die auch geschwiegen werden (muss), könnte es auch eine neue Satellitenart sein oder eine größere unbemannte Flugplattform, die nicht nur über neuartige Überwachungskapazitäten verfügt, sondern zugleich über ausgefeilte Kill-Funktionen. Vielleicht hat man denen Railguns oder Laserkanonen angehängt, mit denen das US-Militär seit einiger Zeit heftig experimentiert. Auf jeden Fall kann man mit 643 Milliarden US$ (Ja, fast so viel wie der ausgedachte Umfang des "Rettungspakets" der US-Regierung zur Milderung der amerikanischen Finanzkrise im September 2008), die ab 2009 für neue und geheime Satelliten-Programme wie u. a. das Broad Area Surveillance Intelligence Capability (BASIC) Satellitensystem und die Einrichtung des neuen National Applications Office (NAO) viel anfangen1. Das NAO wird als Schnittstelle und Durchschleuser zwischen der National Geospatial-Intelligence Agency (NGIA) und dem National Reconnaissance Office (NRO) und den militärischen, aber vor allen zivilen Sicherheitsbehörden dienen, denn mit dem NAO sollen Nutzung und Zugriff auf Spionagesatelliten und Aufklärungsaufnahmen, die von NGIA und NRO betrieben und produziert werden, für die inländische Überwachung des "Heimatlandes" massiv ausgeweitet werden. Robert Dreyfuss meint im The Nation Artikel Lethal High-Tech Counterinsurgency in Iraq, gestützt auf einen anderen Bericht der Washington Post und Woodwards Formulierung "[They use] every tool available simultaneously, from signals intercepts to human intelligence and other methods, that allowed lightning-quick and sometimes concurrent operations", dass es einfach die "Joint Task Force" Spezialeinheiten aus Militärs und Geheimdiensten im Irak und in Afghanistan sind, die alle Register ziehen, also die Aufklärungsdaten der Satelliten und Drohnen, die abgefangenen Inhalte überwachter Kommunikation, Informationen der Check-Points, Personenüberprüfungen und Durchsuchungen zusammenführen und so schnell verarbeiten, dass man effektiv zuschlagen kann. Das wird allerdings schon immer gemacht und das Spezialeinheiten und die Special Forces im Einsatz sind, ist ebenfalls "normal". Wenn es so ist, hätte Woodward allerdings tüchtig übertrieben. Die Bush-Administration geht nicht auf die Behauptungen von Woodward ein, versucht aber wie in der Pressemitteilung Afterword: Mr. Woodward's Reporting vs. Mr. Woodward's Editorializing vom 12. September, Woodwards Buch an sich mit den enthaltenen Aussagen zu Bushs Irakkrieg-Politik und seine Tätigkeit als Journalist zu diskreditieren. In der Einleitung schreibt White House Pressesekretärin Dana Perino: "A thorough and careful reading of the book leads us to conclude that Woodward's prologue and epilogue are not supported by his own reporting in the body of the manuscript. For a clear historical reading of the record we commend you to the following excerpts that support our view." Truthout weist im Beitrag Bob Woodward's Not-so-Secret Weapon in Iraq auf das 2007 gestartete "Continuous Clandestine Tagging, Tracking, and Locating (CTTL)" Projekts des US Special Operation Kommandos, der DARPA, Forschungseinrichtungen der Army und Air Force, der National Security Agency und der Defense Intelligence Agency hin, in das bis 2013 210 Millionen US$ inverstiert werden soll und auf den Endbericht "Transition to and from Hostilities" des Defense Science Board vom Dezember 2004, um die Verwendung des Begriffs "Manhattan Projekt" und die Lokalisierung und das Anvisieren in Woodwards Andeutungen zu erklären. Im Endbericht finden sich zum "Manhattan Projekt" folgende eindringliche Empfehlungen des Defense Science Board: Identifizierung, Lokalisierung und Verfolgung in der asymmetrischen Kriegsführung
Video- und Sensorüberwachungsnetzwerke, die in einigen Städten im Irak und in Afghanistan installiert wurden und der dortige erhöhte Einsatz unbemannter Drohnen und Roboter-Bodenfahrzeuge, Fokussierung der Videoüberwachung auf die "intelligente" Erkennung von Personen und Situationen, Großprojekte für international vernetzte Biometrie-Datenbanken, auf Muster- und Profilerkennung ausgelegte Data Mining und Fusion Programme der Geheimdienste zum Aufspüren von Personen und Gruppen, intensive Forschung zu Sensoren auf Mikro- und Nanoebene, Entwicklung und den Einsatz von Waffensystemen, die mit größerer Präzision und/oder Reichweite (Laser, Mikrowelle, Railguns, Spezialraketen für Drohnen) zuschlagen, Aufwertung und Aufrüstung der Satelliten-Aufklärung durch den Aufbau des National Applications Office (NAO) in den USA und neue Spionagesatelliten, die immer höhere Bodenauflösungen liefern und darauf ausgelegt sind, unter allen Wetterbedingungen nach unten spähen zu können, Identitätserfassung, Speicherung biometrischer Merkmale mit flächendeckenden Programmen im Irak, "Versorgung" der dortigen und globalen Bevölkerung mit smarten ID-Dokumenten und Geräten, die Funkchips und biometrische Techniken implementiert haben.
Wir empfehlen, dass der Verteidigungsminister, zusammen mit dem neuen Kopf der Geheimdienst Community, ein "Manhattan Projekt" ähnliches Programm für Identifizierung / Markierung, Aufspürung und Lokalisierung ("ID/TTL") auflegt. Wir sind der Ansicht, die Einrichtung solch eines Programms beinhaltet die Schaffung einer neuen Organisation, die einen allumfassenden technischen Ansatz bereitstellt, die Systeme und Technik zur Implementierung des Ansatzes, die Analysetechniken, die Sensordaten in nützliche ID/TTL Informationen umwandeln, die Außeneinsätze zur Ausbringung, Anwendung und Betreuung der Hard- und Software, die noch produziert wird und ein Feedback an die Führung des Verteidungsministeriums zum Einfluss der Schaffung von robusten ID/TLL Möglichkeiten auf diesbezügliche politische Entscheidungen und Richtlinien. ![]()
![]() ![]() Folien aus der CTTL Präsentation des Special Operations Kommando, September 2007. Aber auch das ist hinreichend bekannt. Bekannt ist nur nicht, ob die ganzen Bemühungen Bestandteil eines konzertierten "Manhattan Programms" in großem Maßstab sind. Übrigens wurde auch das (offiziell) eingestellte Total Information Awareness Projekt dereinst als "Manhattan Project" bezeichnet. Mehr zu sagen müsste man als verschwörungstheoretisch bezeichen, weil es dafür keine Beweise gibt. Zum "Programm" passt auch die am 1. Dezember 2008 veröffentliche Direktive 3000.07 des US-Verteidigungsministeriums zur irregulären Kriegsführung ("Irregular Warfare", IW), auf die der Artikel U.S. to Raise 'Irregular War' Capabilities in der Washington Post vom 4. Dezember 2008 eingeht. Als Resultat eines seit zwei Jahren andauernden Diskussionsprozesses im US-Militär und Antwort auf die laut Militärs größere Bedrohung durch die asymmetrische Kriegsführung durch Aufständische und Terroristen in "failing states", sieht sie vor, die Methoden, Truppen und Mittel der irregulären Kriegsführung, psychologischen Kriegsführung, der Aufstands- und Terrorbekämpfung aufzuwerten und auszubauen. Laut der Direktive ist ab jetzt die irreguläre Kriegsführung strategisch als genauso wichtig einzustufen wie die traditionelle Kriegsführung. Anders ausgedrückt, wird sich auch das US-Militär verstärkt der gleichen Taktiken und Strategien bedienen, die Aufständische, Oppositionsbewegungen und Terrorkommandos nutzen. Dazu zählt u. a. Aufrüstung, Aufstockung und verstärkter Einsatz aller Spezialeinheiten und ihres Kriegs- und Überwachungsinstrumentariums wie den oben genannten CTTL Kapazitäten:
3. USD(I). The USD(I) shall:
1 Government Executive - Congress cancels novel satellite program (21.10.2008)
Siehe auch: Washington Post - Under Obama, more targeted killings than captures in counterterrorism efforts (14.02.2010) Stern - Geheimoperation in Afghanistan - Mit Todeslisten gegen die Taliban (10.02.2010)
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Biometrie, CCTV / Video, Chips, Data Mining / Fusion, Drohnen, Geheimdienst / Polizei, Internet / TeKo, Klimakatastrophe, Ökonomie, Politik, Rüstung, Terror, Überwachung, Wissenschaft
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22:52
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Wenn Dir Drohnen in der Stadt über die Schulter schauen - Donnerstag, 21. August 2008
Noch ein kleiner Bericht zur gestrigen Chaosradiosendung über unbemannte und autonome Fluggeräte, auch "Drohnen", "Unmanned Air Vehicle" (UAV) oder "Unmanned Air System" (UAS) genannt.
Aeronvironment, der Hersteller von Mini- und mittelgroßen Drohnen, die besonders bei den US-Streitkräften und den Special Forces beliebt sind, hat laut eigener Pressemitteilung von der DARPA im Rahmen des SP2S Programms des US-Verteidigungsministeriums die Zusage über 4,6 Millionen US$ für 2009 zur Entwicklung einer SP2S Drohne erhalten. Im Haushaltsplan des US-Verteidigungsministeriums wird auf Seite 304 das "Stealthy, Persistent, Perch and Stare (SP2S)" Programm zur Entwicklung einer schwer auszumachenden, ausdauernden, "sich setzen und beobachtenden" Minidrohne (Micro Air Vehicle, MAV) beschrieben:
Das Ziel des Stealthy, Persistent, Perch and Stare (SP2S) Programms ist die Entwicklung der Technologien, um eine völlig neue Generation von "perch-and-stare" MAVs, basierend auf der Wasp Plattform, zu ermöglichen, die in der Lage sind:
Die Drohne basiert auf der WASP MAV Drohne von Aeronvironment, die seit 1998 mit Geldern der DARPA und des US-Verteidigungsministeriums von Aeronvironment bis zur WASP III Generation entwickelt wurde.
![]() WASP 1998, WASP III, WASP III im Handstart. Abbildungen: Aeronvironment. Aber wie andere MAVs auch, kann die WASP Drohne nur vorwärts fliegen und kreisen und muss während des Flugs wieder zur Basisstation zurückkehren. Damit fehlt der WASP III die Eigenschaften, die zum Beispiel Quadrocopter und die "Organic Air Vehicles" (OAV) wie das Honeywell MAV bereits mitbringen und in der Beschreibung des US-Verteidigungsministeriums auftreten: Der senkrechte Start und die senkrechte Landung der "Vertical Takeoff and Landing" (VTOL) Drohnen, die Fähigkeit, nicht nur Momentaufnahmen während eines Überflugs zu liefern, sondern kontinuierliche Aufnahmen eines Zielobjekts, einer Zielperson oder Zielgebiets durch den Schwebeflug und die Fähigkeit, sich möglichst unbemerkt wie ein Vogel auf Landeplätze verschiedensten Typs niederzusetzen, von dort die Überwachung vorzunehmen und dann wieder zu starten, um zur Heimatbasis bzw. Bodenstation oder Soldaten zurückzukehren. ![]() Honeywell MAV für "Military Operations in Urban Terrains" (MOUT). Abbildung: Honeywell / American Helicopter Society. Deshalb genießen die WASP Drohnen von Aeronvironment auch als Vorzeigeprojekte und Referenz-Drohnen einen hohen Stellenwert für militärische Operationen in Städten ("Urban Area Operations" oder "Military Operations in Uran Terrains"), den vom US-Militär ausgemachten hauptsächlichen Kampfgebieten der Zukunft. Das machte die DARPA in ihrem Strategieplan 2007 deutlich:
Each year the world's urban areas increase in population and area. By 2025 nearly 60 percent of the world’s population will live in urban areas. Given this, it is prudent to assume U.S. forces will continue to be deployed to urban areas for combat and post-conflict stabilization. Unstable and lawless urban areas give terrorists sanctuary to recruit, train, and develop asymmetric capabilities, including the possibility of chemical, biological, and radiological weapons of mass destruction (WMD).
Was dabei herauskommen wird, ist die Mischung aus einer Drohne wie dem Honeywell MAV, das für heimliche Überwachungsmissionen in Städten über Landeplätze verschiedenen Typs viel zu groß ist, der WASP III Drohne und den "Nano Air Vehicles" (NAVs), an deren Entwicklung Aeronvironment neben ProxFlyer beteiligt ist.
The Advanced Soldier Sensor Information System and Technology (ASSIST) program will enhance the intelligence gathering capabilities of our ground troops by developing special sensors, networks, and databases that allow a patrol leader to directly add to, and tap into the collective experience of previous patrols, including the details of what has been encountered in specific neighborhoods. ASSIST will help intelligence analysts and front-line patrol leaders build and share knowledge of what's going on in various city neighborhoods. One miniature airborne sensor ideally suited for small unit operations (both in the open terrain and the urban environment) is the Wasp micro air vehicle, a small, quiet portable, reliable, and rugged unmanned air platform designed for front-line reconnaissance and surveillance over land or sea. Wasp serves as a reconnaissance platform for the company level and below by virtue of its extremely small size and quiet propulsion system. Spiral development of the Wasp, based on user testing and pre-deployment training, has resulted in a capability valuable to Marine, Army and Special Forces; Wasp is currently undergoing extended system evaluation in Iraq. ![]() ![]() Nano Air Vehicle Konzepte von ProxFlyer und Aeronvironment.
Geschrieben von Kai Raven
in CCTV / Video, Drohnen, Rüstung
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11:35
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Drohnen im Radioäther und in der Luft - Montag, 18. August 2008
Ah, das ist ein Thema, was mir auch liegt. Am 20. August lässt das Chaosradio die Drohnen ab 22 Uhr über den Äther fliegen, die immer mehr zu zivilen, militärischen und polizeilichen Zwecken über unseren Köpfen kreisen. Das scheint aber niemanden großartig zu interessieren, vielleicht ändert sich das ja mit der Sendung. Aus der Ankündigung zur Sendung Unbemannte und autonome Fluggeräte (MP3-Datei):
Der technische Fortschritt hat es möglich gemacht: wo früher noch der Modellbaupilot zitternd und wackelig sein zerbrechliches Balsaholz-Spielzeug fernsteuerte, schweben heute Quadrocopter GPS-gesteuert wie angenagelt in der Luft. Eine Kombination aus modernen Elektromotoren, Lithium-Akkus und cleveren Algorithmen hält die Selbstbau-Drohnen in der Luft, und das ist erst der Anfang.
Stimmt, das war erst der Anfang. Über eine der dickeren und mächtigeren Drohnen berichtete aktuell FlightGlobal im Beitrag Germany, Italy make requests for Reaper/Predator B. Darin ging es, wie bereits in Kleine und große Drohnen der Bundeswehr, um den Wunsch der Bundesregierung und der Bundeswehr, sich ebenfalls eine Handvoll der größeren unbemannten Vögel zu genehmigen, die in größeren Höhen und mit größerer Reichweite operieren als die kleinen Quadrocopter – als "Peanuts" würde man wohl im Vergleich zu den Quadrocoptern sagen, die dafür mehr bei der Polizei, Hobbybeobachtern und Wissenschaftlern beliebt sind. Eine MALE ("medium altitude, long-endurance") Drohne bei der Polizei wäre für mich auch schwer vorstellbar.
Chaosradio zeigt wohin die Reise geht, auch was die Auswirkungen auf die Privatsphäre angeht und wie die Technologie für Überwachungsstaat und Militär verwendet wird. ![]() ![]() Bei den VTOL Rotor-Drohnen scheint der Trend von den Quadrocoptern hin zu Six-Rotor Drohnen mit drei Auslegearmen zu gehen: Oben die 2008 neu erschienene 6-Rotor Copterdrohne "Draganflyer X6" (DF-X6) von draganfly, unten die 6-Rotor Copterdrohne des "i-Spy" Teams von der Middlesex Universität während der U. K. Grand Challenge 2008 und in einer Animation. Während der Dragangflyer Videokameras und Fotoapparate bis 500g transportiert, kann man der "i-Spy" Drohne Videokameras bis zu einem Gewicht von 1kg anhängen. Draganfly umreisst auf der Seite zu staatlichen Anwendungen sehr schön, um was es neben Katastrophen- und Feuerbekämpfungseinsätzen oder Suche-und-Rettung Missionen und Verkehrskontrolle auch geht, wenn die Firma in den Abschnitten über "Massenkontrolle" und "kriminalistische Datengewinnung" ihre neue Drohne anpreist: Whether dealing with a spontaneous victory celebration, protest, large outdoor public meeting or major outdoor event, proper crowd management can mean the difference between a peaceful event or chaos with destruction and injury. Even where a crowd has gotten out of control it is essential for management strategy, safety and investigation that current information is immediately available. Safely acquire and record visual information that enables you to deal with crowd management strategies, acquire evidence and have a visual record of activities. In trying to gather criminal intelligence on a single suspect, small unorganized group, small or large gang or organized crime syndicate there can never be too many tools at your disposal. Conducting a criminal investigation and getting close enough to suspects to gather information with or without their knowledge is challenging. Whether trying to identify persons, number of participants, vehicles, layouts of grounds, compounds or criminal activity, having the right tool to do the job can be the difference in completing an assignment as a success or failure. ![]() ![]() Bewaffnete Version der MQ-9 Reaper / Predator B Drohne. Abbildungen: U. S. Air Force. Für die MQ-9 Reaper Drohne wird laut des Beitrags US Air Force forms first robot fighter air wing der 174th Fighter Wing nach seiner Rückkehr aus Afghanistan am 5. August in eine Staffel umgewandelt, die nur noch ferngesteuert die MQ-9 Reaper Drohnen fliegen wird. In Afghanistan saßen die Piloten noch in den Sitzen ihrer F-16 Fighting Falcon Kampfjets. Das ist aber nicht der erste "Robot Fighter Air Wing", denn in den USA gibt es bereits für die Predator und Global Hawk Drohnen eigene Flugstaffeln – weitere werden folgen. ![]() Heron TP Drohne, Codename "Eitan" bei den Israelis, "Harfang" bei den Franzosen. Abbildung: IAI. Für Kanada ist Heron TP bereits in Afghanistan unterwegs, die israelische Armee setzt auch auf Heron TP, für Spanien und Frankreich werden die Rüstungskonzerne Thales, Dassault Aviation und Indra ein Heron TP Paket schnüren. An Eigenproduktionen von MALE Drohne wird zwar von europäischen Rüstungskonzernen zusammen oder für sich fleißig entwickelt, aber man kommt nicht voran und es fehlen die Gelder, die den Rüstungskonzernen in den USA von der Regierung bereitgestellt werden. Also kauft man lieber im Ausland ein. Egal welche Drohne es wird, beide eignen sich sowohl für langdauernde Überwachungsaufträge mit Videoüberwachungskameras, Radar und Sensoren, als auch für bewaffnete Missionen mit "Smart Bombs" und Lenkraketen. Laut der Heute im Bundestag Meldung Einführung unbemannter Luftfahrzeuge vom 15. Januar 2009
verlangt die FDP-Fraktion Auskunft über die Einführung unbemannter Luftfahrzeuge für die Aufklärung bei der Bundeswehr. In ihrer Kleinen Anfrage (16/11473) möchten die Liberalen von der Bundesregierung wissen, ob das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung sich für die Einführung des amerikanischen Systems "Predator B" oder des israelischen Systems "Hieron TP" ausgesprochen hat, welches System von der deutschen Luftwaffe favorisiert wird und welches die Bundesregierung ab 2010 einführen möchte.
Während die Sicherheitsbehörden und Militärs dieser Welt auf Shopping-Tour sind und sich auf Leistungswettbewerben wie der Grand Challenge des britischen Verteidigungsministeriums allerlei neuartige Drohnenkonzepte vorführen lassen, bereiten sich die Mitglieder des Motodrone e. V. auf einen internationalen Drohnen-Wettbewerb der besonderen Art vor, der vom 21 - 22. September 2008 unter dem Motto "motodrone '08 - Robocup der Lüfte" auf dem ehemaligen Militärflughafen in Finowfurt bei Berlin stattfinden wird, den der Chaos Computer Club letztes Jahr für das Chaos Communication Camp 2007 nutzte.An dem Wettbewerb dürfen Rotationsflügler (Heli- und Quadrocopter) mit einer Größe bis zu 80cm teilnehmen, die autonom oder ferngesteuert fliegen, aber nicht mit Sichtkontaktsteuerung wie bei Modellflugzeugen. Bei einer weiteren Bedingung spielt der Open Source Gedanke ein Rolle, denn die Teilnehmer müssen dokumentierte Quellcodes der Flug- und Steuerprogramme und alle Erkenntnisse für Konstruktion, Bau und Betrieb offenlegen. Alle Informationen werden nach Abschluss des Wettbewerbs dokumentiert, so dass sich Interessierte an den Nachbau wagen können. Zu weiteren Motiven des Wettbewerbs heißt es in der Pressemitteilung des Vereins: Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten daran, Drohnen zu entwickeln. Es gibt bereits autonome Fluggeräte, die kleine einprogrammierte Aufträge selbstständig ausführen, ohne dass sie von einem Menschen gesteuert oder geführt werden müssen. Das Deutsche Institut für Flugtechnik erklärt die Drohnen wie folgt, "UAV sind die Flugzeuge der Zukunft. Klein, unbemannt und mit einer intelligenten Flugsteuerung ausgerüstet, können sie Aufklärungsarbeiten in den verschiedensten Bereichen leisten". Drohnen waren bislang vor allem eine Sache der Militärs, denn kommerziell hergestellte, autonom fliegende unbemannte Flugzeuge (UAV) kosteten Jahre lang Millionen. In der internationalen Entwicklerszene sind Drohnen mittlerweile ein verbreitetes Thema. Durch verschiedenen Projekten, wie z.B. "Paparazzi – The free Autopilot" hat es die Community geschafft, die Kosten für den Drohnenbau auf €1000 zu reduzieren. Mittlerweile haben daher tausende Entwickler weltweit die Möglichkeit das Forschungsfeld voran zu treiben.
Auf dem Wettbewerb soll es aber nicht nur um technische Aufgaben gehen, die von den Drohnen bewältigt werden müssen und technische Hintergrundinformationen, sondern auch um die Information und Aufklärung über die Drohnen. Dafür wird der Wettbewerb von wissenschaftlichen Vorträgen eingerahmt, die u. a. die Risiken und Auswirkungen auf den Datenschutz thematisieren, die von den Drohnen ausgehen. In der Pressemitteilung des Vereins sagte Andreas Steinhäuser, Technischer Leiter und Vorsitzender des Motodrone e.V. (und Gast in der obigen Chaosradiosendung) dazu:
"motodrone ist die konsequente Weiterführung der Idee, die Entwicklung auf diesem Gebiet nicht nur kritisch zu beäugen, sondern mit einer starken Verantwortung für die Zukunft mit zu gestalten und das Gleichgewicht der Möglichkeiten des Staates und des einfachen Bürgers wieder herzustellen.
Der motodrone e. V. führt auch ein verwaistes Weblog.Wir brauchen ein Forum für die Auseinandersetzung mit Drohnen und autonomen Kriegsmaschinen, damit diese Entwicklung nicht völlig unbemerkt an uns vorbeigeht und wir irgendwann vor vollendeten Tatsachen und mangelhafte Gesetzen stehen und um diese Entwicklung zu verstehen muss man mal selbst eine entwickelt haben." Die an Wänden und Fenstern hochkletternden und anhaftenden Robotor, für die sich Frank Rieger begeisterte, finden sich im Beitrag "Rotundus". Via: Chaosradio Blog - CR138 - Unbemannte und autonome Fluggeräte. Siehe auch: Israel Aerospace Industries - IAI-Made Eitan UAV Inducted into Israel Air Force (22.02.2010) Telepolis - Auch Roboter der Bundeswehr sollen schießen (12.02.2009) - Wer hätte geglaubt, dass es anders wäre. Alle anderen lassen schießen und nur die Bundeswehr beschränkt sich auf's Ausspähen?
Geschrieben von Kai Raven
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